Verfasst von w s am Oktober 31, 2007
Erfolgsstory – Die Viennale verzeichnet auch in diesem Jahr wieder einen Besucherrekord. Mit 91.700 Besuchern kamen um 2.800 mehr als im Vorjahr. Von insgesamt 321 Vorführungen waren 126 ausverkauft, die Gesamtauslastung stieg von 78,40 auf 79,20 Prozent. Nicht ganz unerwartet: unter den Tributes und Special Programs fand die Jane Fonda-Personale den größten Anklang, dicht gefolgt vom Stephanie Rothman-Special.
Der charismatische Viennale-Direktor, Hans Hurch, betonte bei der Abschlusspressekonferenz am Dienstag, dass die Viennale seit den letzten Jahren einen beachtlichen Schub an internationaler Resonanz erhalten habe und freute sich über „die besondere Stimmung, die das Festival in die Stadt bringt.“ Nicht zuletzt auch durch die besonderen Gäste, wie etwa Jane Fonda, die mit ihrer Präsenz die Viennale fast „überstrahlte“. Hurch betonte dabei auch, dass es ein wesentlicher Teil der dahinter liegenden Politik sei, nicht nur Gäste mit großem Öffentlichkeitswert einzuladen. Wichtiger sei es den Veranstaltern auch unbekannte Filmemachen und Regisseure in das Festival einzubringen.
Viennale Filmpreise
Insgesamt gibt es drei Preise, die im Rahmen des Festivals vergebenen werden.
- Der mit rund 19.000 Euro (ein Teil davon in Form von Sachpreisen) dotierte Wiener Filmpreis für einen österreichischen Film geht an Susanne Brandstätter für „Rule of Law“.
- Den Standard-Publikumspreis erhält Irene Langemann für ihren Film „Rubljovka-Straße zur Glückseligkeit“.
- Der amerikanische Jungregisseur Jeff Nichols erhält den Fipresci-Preis der internationalen Filmkritik.
Am Donnerstag, 1. November, findet im Gartenbaukino(1., Parkring 12) ein Live-Abend mit Film und Musik statt. Der amerikanische Filmemacher Jem Cohen wird seinen Film „Empires of Tin“, ein Zusammenschnitt aus in Wien und New York gefilmter Impressionen, präsentieren. In einer Live-Performance spielt u.a. der Singer-Songwriter Vic Chesnutt.
Infos auch unter www.gartenbaukino.at/
dvd.oan.at
video.oan.at
shop.oan.at
Veröffentlicht in Film | Verschlagwortet mit : Gartenbaukino, Kino, wean | Kommentar schreiben »
Verfasst von w s am Oktober 22, 2007
Wien – Am 19. Oktober wurde die Viennale 2007 mit dem legendären Film „Klute“ (USA, 1971) in Anwesenheit von Jane Fonda feierlich eröffnet. Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny hat sich zu fortgeschrittener Stunde spontan entschlossen, seine vorbereitete Rede nicht zu halten und sie stattdessen im Internet zur Verfügung zu stellen. Mailath nimmt in seiner Eröffnungsrede das internationale Filmfestival zum Anlass, um zum Thema Zuwanderung und Integration Stellung zu nehmen; er geht dabei auch auf Wien als Zuwanderungsstadt ein. Die ganze Rede ist im Internet unter www.viennale.at nachzulesen.
dvd.oan.at
Veröffentlicht in Film, Kultur | Verschlagwortet mit : Kino, viennale | Kommentar schreiben »
Verfasst von w s am September 20, 2007
Wien – Großen Beifall erntete gestern im Wiener Urania-Kino die Premiere von Ulrike Ottingers Film „Prater“. Ein abwechslungsreiches Portrait, das erstaunenswerte Momente aus der Geschichte der mythischen Wiener Institution enthält und auch für eingefleischte WienerInnen noch Überraschungen birgt. „Vor allem die Geschichte des Praters zeigt, welche Innovationskraft dort zu Hause war. Er war mit seinen Attraktionen, den kunstvollen Kulissen und Erfindungen weltweites Vorbild für Vergnügungsparks – das zeigt der Film ganz eindrucksvoll“, gibt sich Vizebürgermeisterin Grete Laska begeistert. „Das erste Kino war beispielsweise im Prater.“
Begegnung mit dem "Mann ohne Unterleib" und dem "Prater Heinzi"
Mit betörenden Bildern verwandelt Ulrike Ottingers Film "Prater" den beliebten Wiener Ort der Sensationen in ein Kinoerlebnis. Praterdynastien erzählen vom Schaustellerleben. Man begegnet den Nachkommen des "Manns ohne Unterleib", der um 1900 mit Frau und Kindern eine Vielzahl bis heute bestehender Vergnügungsbetriebe gründete. Man trifft die Besitzer des Schweizerhauses, Manager eines gastronomischen Spitzenbetriebs, deren Vorgänger kaiserliche Jagdtreiber waren, oder den Prater-Heinzi, der pfleglich ausgemusterte Illusionsmaschinen repariert.
Zusammen mit den Praterbesuchern von früher und heute reist man, ohne sich von der Stelle zu bewegen: Wien verwandelt sich in Klein-Venedig mit Kanälen, Rialtobrücke und Dogenpalast. Von hier aus kann man Postkarten in alle Welt verschicken. Und über all dies trägt uns das Riesenrad und bietet uns den Blick über die Dächer von Wien. Bei Tag gehört der Prater den Kindern und Familien. Mit strahlenden Augen sitzen die Kleinen in Miniaturautos und vor dem Kasperltheater. Der Abend zieht magisch die Jugendlichen an und alle, die jung geblieben sind. Dann verwandelt sich der Tanztee in eine wilde Disco einsamer Herzen. Vergangenheit und Gegenwart geben sie sich ein fulminantes Stelldichein.
Ulrike Ottingers Film Prater taucht mit seinen atemberaubenden Bildern jeden Kinogänger in sein eigenes Universum der Wünsche und Sensationen. Er verbindet die Kulturgeschichte des ältesten Vergnügungsparks der Welt mit brillanten Einblicken in die Wandelbarkeit der technischen Attraktionen. Zugleich erzählt er von Menschen, für die der Prater Ort der Unterhaltung, der Erinnerung oder ganz einfach Lebensmittelpunkt ist. Der Wiener Prater ist eine Wunschmaschine. Mit der neuesten Raumfahrttechnik lässt man sich in den Himmel schießen und in der Geisterbahn trifft man die Monster der Kinogeschichte.
Kinostart: 21. September im Votivkino und Village Cinemas Wien Mitte
Veröffentlicht in Film | Verschlagwortet mit : Prater, wean | Kommentar schreiben »